Baby

Über das Weinen

Das Schreien oder Weinen ist das Ausdrucksmittel des Babies. Es teilt auf diesem Wege mit, dass es hungrig oder durstig ist, dass es sich einsam oder nicht sicher fühlt, dass es Schmerzen hat oder unter einer unverarbeiteten Belastung leidet.

Bei den Erwachsenen löst das Schreien eine unmittelbare Reaktion hervor: Gehirnareale, die auch bei Verlust und Kummer angesprochen werden, sind aktiv und sorgen so für eine entsprechende Handlung der Betreuungsperson, zum Beispiel auf den Arm nehmen.

Reagiert die Betreuungsperson unmittelbar und das Baby beruhigt sich, festigt sich die Bindung zwischen beiden. Bei Kindern, die exzessiv schreien, so genannten Schreikindern, kann dieser Prozess auf diesem Wege nicht ablaufen. Das Baby schreit, die Eltern reagieren mit einem Beruhigungsangebot, aber das Kind schreit weiter. Die Eltern geraten in Stress, denn ihr Engagement wird nicht belohnt. Statt dessen bleibt eher ein Gefühl von fehlender Kompetenz, oft gekoppelt mit Ohnmacht, Wut oder Trauer.

Wie lange ein Kind täglich schreit ist dabei unerheblich. Es gibt eine offizielle Regel für die Definition eines Schreikindes: die Dreierregel nach Wessel. Diese besagt, dass ein Kind, dass mehr als drei Stunden täglich, mehr als drei Tage pro Woche und dies in wenigstens drei Wochen am Stück schreit, als Schreikind zu bezeichnen ist.

Viel wichtiger als diese Definition ist das persönliche Empfinden der Eltern. Sobald sich die Eltern mit dem Schreien hilflos und überfordert fühlen oder sich negative Gedanken als Ausdruck der Überlastung einstellen, sollten sich die Eltern Hilfe holen.

Schlafen/ Durchschlafen

„Und schläft die Kleine schon durch?“ Welche junge Mutter kennt diese Frage nicht? Es scheint das ultimative Erziehungsziel zu sein, dass Babies schlafen „lernen“. Dass das Schlafen nicht zu den Fähigkeiten gehört, die ein Kind lernen kann, wie es zum Beispiel malen, schreiben oder Essen ohne Schmatzen lernt, wissen die meisten nicht.

Babies sind glücklicherweise mit einem ganz anderen Schlafmuster ausgerüstet als wir Erwachsenen. Glücklicherweise, weil sie sich auf diesem Wege ihr Überleben sichern. Die REM (rapid eye movement) -Phasen (also aktive und störanfällige Phasen) und Tiefschlafphasen wechseln sich etwa alle 20 bis 30 Minuten ab. Diese aktiven Phasen bieten dem Säugling die Chance aufzuwachen, wenn etwas nicht stimmt (Hunger, Kälte, Luftmangel, Einsamkeit,…) und sind auch die Phasen in denen das Baby am meisten lernt und verarbeitet. Erst im Laufe der Jahre werden die REM-Phasen seltener und kürzer.